Versalhöhenraster in InDesign anlegen

Es sind oft die Kleinigkeiten, die über ein gutes oder schlechtes Printprodukt entscheiden. Nur ein paar Millimeter sorgen dafür, dass das Auge eine Darstellung als angenehm empfindet. Ein Beispiel ist die Positionierung von Bildern. Wo beginnt die Oberkante des Grafikrahmen? Und wie setze ich es beim Setzen in InDesign am einfachsten um?

Ich habe damals einen typischen Anfängerfehler gemacht. In einen Fließtext sollte ein Bild platziert werden. Also ein Grafikrahmen ausgezogen, schön am Grundlinienraster angedockt. Natürlich oben UND unten. Durch die intelligenten Hilfslinien ist es ja so schön einfach. Setzen, sechs!

Die Oberkante eines Bildes sollte sich an der Versalhöhe der Buchstaben richten. Die Abbildung 1 zeigt im Vergleich die Wirkung. Auf der rechten Seite richtet sich die Oberkante an die Versalhöhe, im linken am Grundlinienraster. Die Theorie habe ich soweit verstanden, aber jedes mal mühsam den Grafikrahmen auf Versalhöhe anpassen? Das kann nicht gut gehen. Helfen können uns dabei – wie der Name schon sagt – Hilfslinien. Also erstellen wir uns ein Versalhöhenraster.

Abb. 1 Abb. 1

Unser Grundlinienraster haben wir uns bereits angepasst. In unseren Beispiel haben wir einen Zeilenabstand von 14,4 Pt. (Die Einstellungen findet man unter [Voreinstellungen] > [Raster].) Da wir das Versalhöhenraster nicht immer benötigen, legen wir es auf einer extra Ebene ab, die man bei Bedarf ausblenden kann. Wir öffnen [Fenster] > [Ebenen] und legen eine neue Ebene an (Abb.2, Nr. 1). Als Name tragen wir »Versalhöhenraster« ein.

Abb. 2 Abb. 2

Nun gehen wir auf die Musterseiten, ziehen einen Textrahmen auf und fügen einen Platzhaltertext ein. Natürlich sollte schon ein Absatzformat für den Fließtext angelegt sein, damit auch der richtige Schriftschnitt angezeigt wird. An diesen soll ja die Versalhöhe gemessen werden. Um so genau wie möglich zu arbeiten, vergrößern wird die [Ansicht] > [Einzoomen]. Nun ziehen wir eine Hilfslinie bis zur oberen Kante eines Großbuchstaben herunter (Abb. 3). Bei Doppelseiten sollte man die Hilfslinie außerhalb der Seite runter ziehen, damit sie auch auf beiden Seiten angelegt wird.

Abb. 3 Abb. 3

Jetzt duplizieren wir diese Hilfslinie. Wir haben die Zeilen im Satzspiegel ausgezählt und kommen auf 32. Und wir wissen, dass unser Zeilenabstand 14,4 Pt beträgt. Wir markieren die Hilfslinie und gehen auf [Bearbeiten] > [Duplizieren und versetzt einfügen]. Im Feld [Wiederholen] geben wir die Anzahl 32 ein (Abb. 4, Nr. 1). Der Wert [Versatz] verlangt eine Angabe in Millimeter. Damit wir nicht lange rechnen müssen, tragen wir dort 14,4 Pt ein (Abb. 4, Nr. 2) und InDesign macht daraus einen Millimeterwert.

Abb. 4 Abb. 4

Wenn man möchte, kann man diesen Hilfslinien ein extra Farbe geben. Das erleichtert die Arbeit ein wenig. Dazu alle Hilfslinien markieren: [Layout] > [Hilfslinien] und eine neue Farbe festlegen (Abb. 5).

Abb. 5 Abb. 5

Damit die Hilfslinien nicht aus versehen verschoben oder gelöscht werden, sollte die Ebene gesperrt werden: Entweder über das [Ebenenbedienfeld] (Abb. 6, Nr. 1) oder in der [Ebenenoption] die Option [Hilfslinien sperren] aktivieren (Abb. 6, Nr. 2).

Abb. 6 Abb. 6

Durch die [Ansicht] > [Raster und Hilfslinien] > [Intelligenten Hilfslinien] lassen sich die Objektrahmen ganz einfach an die Hilfslinien andocken.

Abb. 7 Abb. 7

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