Über Schusterjungen und Hurenkinder

»Schusterjunge « und »Hurenkind« sind Begriffe aus dem Schriftsatz. Sie beschreiben zwei Fehler, die einen Text in einem Buch oder Magazin unschön aussehen lassen und deshalb vermieden werden sollten – ein »Hurenkind« muss auf jeden Fall verhindert werden.

Inzwischen versucht man von den alten Begriffen weg zu kommen. Der »Schusterjunge« wird als »Waisenkind« bezeichnet, im südlichen Sprachraum wir auch die Bezeichnung »Findelkind« benutzt. Für das »Hurenkind« wird heute eher die Bezeichnung »Witwe« benutzt.

Schusterjunge bzw. Waisenkind

Ein »Schusterjunge« beschriebt die Anfangszeile eines Absatzes am Seiten- oder Spaltenende. Steht die erste Zeile des Absatz am Spalten- oder Seitenende, wirkt das Satzbild unruhig und unschön (siehe Abb. 1).

Abb. 1 Abb. 1

Besser/richtiger sind mind. zwei Zeilen des Absatzes am Spalten- oder Seitenende (siehe Abb. 2). Dies erreicht man unter anderem durch ein- oder austreiben einer Zeile oder des kürzen des Textes. Auch kann man schauen, ob man durch eine andere Trennung eine Zeile gewinnt.

Abb. 2 Abb. 2

Hurenkind bzw. Witwe

Ein Hurenkind beschreibt die Ausgangszeile eines Absatzes am Seiten- oder Spaltenanfang. Steht also die letzte Zeile vom mehrzeiligen Absatz am Seiten- oder Spaltenbeginn/-anfang, so wird dies als ein Hurenkind/Witwe bezeichnet (siehe Abb. 3).

Abb. 3 Abb. 3

Auch hier gilt: Richtig sind mind. zwei Zeilen am Seiten- oder Spaltenanfang (Abb. 4). Zur Vermeidung des Fehler geht man wie beim Waisenkind vor.

Abb. 4 Abb. 4

InDesign bietet in den Absatzformatoptionen > Umbruchoptionen die Möglichkeit, das trennen von Zeilen am Anfang/Ende eines Absatz zu verhindern (siehe Abb. 5).

Abb. 5 Abb. 5

InDesign bricht an der Stelle hart um, sodass am Ende einer Seite eine Zeile fehlt, was auch nicht immer schön aussieht (siehe Abb. 6). Hier muss man also genau schauen, ob man diese Option nutzt.

Abb. 6 Abb. 6

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